21. November 2009
Ich hab’s gelesen wie einen Roman, in atemloser Spannung und unendlicher Bewunderung und ich werde dieses Gartenbuch sicher noch mehrfach lesen und staunen, die großartigen Fotos von Jürgen Becker genießen und versuchen, etwas zu lernen.
Der eine der beiden Autoren erbte ein altes Bauernhäuschen mit ca. 4000 qm Weide und gemeinsam mit seinem Lebenspartner wurde ein Traum verwirklicht, der auch ein wenig mit Kindheitserinnerungen zu tun hat. In harter körperlicher Arbeit entstand ein Paradies von Garten. Dabei stand ihnen zu Anfang eine 76-jährige ehemalige Gartengestalterin mit Rat zur Seite.
Zuerst wird der Leser auf einen Spaziergang durch die verschiedenen ‘Räume’ des Gartens mitgenommen. Es gibt ein ‘blaues Beet’, einen ‘gelben Hügel’ und vieles mehr. Dann durchwandern wir gemeinsam die Jahreszeiten und der Leser staunt, welche Fachkenntnis da zutage tritt, mit welch’ sicherem Stilgefühl die beiden Männer ihren Garten mit Materialien und Pflanzen ‘einrichten’.
Auch ein Gemüsegarten gehört dazu, der zwar nur einen kleinen Teil ausmacht, aber sehr arbeitsintensiv ist. Alles, was geerntet wird, muss verarbeitet werden: direkt und frisch oder geschnipselt und eingelegt, gepflückt und eingeweckt, blanchiert und eingefroren.
Narzissen werden säckeweise in die Erde gebracht und unter 70 Kübelpflanzen geht es nicht. Kurz und gut, ein ‘Leben für den Garten’, ein ‘Garten fürs Leben’, eine große zeitintensive Leidenschaft.
Fazit: ein großartiges lesenswertes Buch mit herrlichen Fotos, wegen der vielen Arbeit in solch’ einem Garten nicht unbedingt zur Nachahmung empfohlen, aber dennoch sehr anregend. Dieser Garten kann im Rahmen der Offenen Gärten besichtigt werden.
Ein Garten fürs Leben – mit Manfred Lucenz und Klaus Bender durch das Gartenjahr – Fotografien von Jürgen Becker, Becker Joest Volk Verlag, 2003, € 16,90
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Verfasst von april
15. November 2009
Ich weiß, dass Iris wunderbare Adventsgestecke bastelt, aber nicht, dass sie auch ‘Stöckchen schnitzt’ und damit trifft, z.B. mich, die ich doch gerade erst den Garten wiederentdeckt habe. Dementsprechend sind meine Lieblingsblumen, ~bäume etc. nur vorläufige Lieblinge. Das kann sich im Verlauf der nächsten Gartenjahre ändern.
Mein(e) Lieblings-
- Frühlingszwiebelblüher: die botanischen Tulpen, die Wildformen, die so kurz und gedrungen sind und sich so unglaublich weit der Sonne öffnen und so extrem früh blühen und die ganz frühen, kleinen, wilden Krokusse, die so schöne Tuffs bilden.

- Prachtstaude: die Pfingstrosen mit ihren dicken duftenden Blütenbällen
- Bodendecker: Die Golderdbeere (Waldsteinia termata), die es mir für viele Jahre ermöglicht hat, nur wenig im Garten arbeiten zu müssen und die dabei nie ihre Schönheit verloren hat
- Blütenstrauch: Hibiscus, weil er solch eine Fülle von Riesenblüten produziert und das im Sommer
- Rose: meine namenlose Kletterrose, die im Juni die Pergola mit Blüten überschüttet
- Kletterpflanze: Clematis (ich habe keine, aber demnächst …)
- Baum: Blutpflaume (obwohl Mr April und ich darüber streiten, ob es nicht ein Großstrauch ist). Ich mag die dunkelrote Blattfärbung und bevor es überhaupt Blätter gibt, ist sie früh im Jahr mit winzigen rosa Blüten übersät

- Immergrüne: Waldsteinie (s.o.)
- Einjährige: Vergissmeinnicht (die natürlich zweijährig sind), die im Frühling ihren blauen Blütenteppich auslegen und sich danach fröhlich versamen dürfen, aber auch, weil sie wunderhübsche kleine Blütchen haben, wenn man genau hinschaut
- Kübelpflanze: Oleander, weil er so unkompliziert ist. Mein größter stammt noch aus dem Garten meiner Eltern und wurde von ihnen als Zweiglein aus Südtirol mitgebracht.
Ich werfe das Stöckchen in sanftem Bogen zu Cosmea/Brigitte, zu Sigrun vom Hillside Garden und zu Rosenruthie. Allez … hopp. Und jeder, der sich von diesem Stöckchen angesprochen fühlt, darf es mitnehmen. Bitte hier eine Nachricht hinterlassen, damit ich bei euch auch gucken kann.
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Verfasst von april
1. November 2009

Die Natur legt den roten Teppich zu Ehren der kleinen Nachtkerze aus, die ich vor kurzem gepflanzt habe und der es anscheinend so gut gefällt, dass sie noch am 1. November blüht. Und ich verteile rote Kissen für alle, die vielleicht im Winter frieren könnten. Vom Rasen reche ich die Blätter weg und verteile sie dort, wo es nötig scheint. Trotzdem sind alle Tonnen voll, denn jetzt fällt das Laub in Massen.

Noch ein paar herbstliche Impressionen: Wilder Wein und die letzten Blätter der Säulenzierkirsche

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Herbst | Mit Tag(s) versehen: Herbst |
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Verfasst von april
15. Oktober 2009

Sah das vor ein paar Tagen noch so aus, leuchtet das Laub des Wilden Weins nun vorwiegend golden; die Jungfernrebe hat alle roten Blätter abgeworfen und reckt nur noch ihre Stiele bizarr in den blauen Himmel.

Auch mir fällt es schwer, vom Gartenjahr Abschied zu nehmen, wo wir gerade mit der Umgestaltung angefangen haben und noch so viel zu tun ist. Aber: die Natur macht, was sie will und da hat man sich anzupassen. Gestern habe ich schnell den Hibiskus und eine Nachtkerze (Containerware) gepflanzt. Der Oleander darf noch draußen bleiben; er verträgt ein paar Minusgrade. Also heißt es: sich umstellen, die Aktivitäten nach drinnen verlagern, vom Frühling träumen. Ach je, ich habe noch Tulpenzwiebeln, die in die Erde müssen …
All of a sudden … normally there is no frost in October in the mild Rhine valley, but this year it came and took us unawares. That means to ’say good-bye’ to gardening and find other activities in the house. But I had so many plans … And there are still some bulbs which want to be laid.
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Garten seitlich, Herbst | Mit Tag(s) versehen: autumn, Herbst, Jungfernrebe, Wilder Wein |
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Verfasst von april
13. Oktober 2009

Es ist vorbei, da hilft kein Leugnen. Es ist ziemlich kühl und soll heute Nacht sogar hier im Rheinland richtig kalt werden. Ich muss zugeben, so richtig Spaß macht es mir nicht mehr, im Garten zu arbeiten, wenn man eine Jacke oder dicke Weste überziehen muss. Die Gartenmöbel sind ins Winterquartier gezogen, die Terrakottakugeln geschrubbt und in der Garage deponiert, die letzten Äpfel geerntet. Mr April ist mit seinen Reparaturen der Plattenwege noch nicht fertig und mein Hibiskus ist immer noch nicht gepflanzt. Der Boden ist zu nass, vielleicht morgen.
Dieses Apfelspindelbäumchen – dessen Namen ich leider nicht weiß – hat reich getragen. Ich weiß, wer einen richtigen Garten mit Obstwiesen hat, wird darüber nur lachen, aber uns reicht es, Naschäpfel zu pflücken. Sie sehen nicht nur klassisch rotbackig aus, sondern sind süß-sauer und ungemein saftig. Nur die Schale finde ich zu hart, aber ich schäle sowieso, weil über die Hälfte der Äpfel irgendeine kleine Macke hat. Ein paar allerdings sind makellos.
Zwei Jahre lang hat er sich geziert, der kleine Apfelbaum; dann habe ich es mit einem Sommerschnitt versucht und das hat im nächsten (diesem) Jahr gefruchtet – im wahrsten Sinne des Wortes. Allerdings habe ich es nach der Blüte nicht über mich gebracht, von den vielen winzigen Äpfelchen die Hälfte wegzuknipsen. Das war ein Fehler, der dazu geführt hat, dass einige ganz klein geblieben sind.

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Garten vorne, Herbst | Mit Tag(s) versehen: Äpfel |
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Verfasst von april